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Fachanwalt für Familienrecht München, Jürgen Arnold

















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Familienrecht München, aktuell

Familienrecht

Steuervorteile im Familienrecht nutzen


Die Frage der Absetzbarkeit von Scheidungskosten haben die Finanzgerichte immer wieder neu entschieden. Am 10.03.2016 hat nun der Bundesfinanzhof das letzte Wort gesprochen:
Absetzbar sind alle Kosten, die für die Scheidung und den Versorgungsausgleich des aufgewendet worden sind. Alle Kosten, die über diesen sogenannten Zwangsverbund hinaus anfallen, können nicht von der Steuer abgesetzt werden. Also die Kosten für die Klärung der Unterhaltsansprüche, des Zugewinns, der Haushaltsgegenstände usw. müssen sie ohne steuerliche Vorteile bezahlen. Ein Grund mehr, sich darüber ohne das Gericht zu einigen.


Unterhaltszahlungen an den Ex-Ehepartner oder Kinder können meistens von der Steuer abgesetzt werden. Hierbei ist zu unterscheiden:

Sonderausgaben gemäß § 10 Abs. 1 Ziff.3 EStG

Trennungsunterhaltszahlungen oder nachehelicher Unterhalt an können bis zur Euro 13.805 im Jahr als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Hierfür ist das so genannte Realsplitting durchzuführen. Der Ehepartner oder Exehepartner muss seinerseits die Unterhaltszahlungen als Einnahmen versteuern und die so genannte „Anlage U“ zur Steuererklärung unterzeichnen. Der hierdurch entstehende steuerliche Nachteil ist dem Partner auszugleichen. Dieses Modell ist sinnvoll, soweit der Expartner z. B. wegen Kinderbetreuung über keine oder nur geringe Einkünfte verfügt.

Außergewöhnliche Belastung gemäß § 33a EStG

Weitläufig nicht so bekannt ist die Möglichkeit, Unterhaltszahlungen auch als außergewöhnliche Belastung steuerlich abzusetzen soweit eine Unterhaltspflicht tatsächlich besteht. Der Höchstbetrag liegt hier bei Euro 8345 jährlich. Hinsichtlich des Ehegattenunterhaltes kann dieser nur alternativ entweder als Sonderausgabe oder außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Hier ist - insbesondere bei Nichtausschöpfung des Betrages - der Vorteil, dass die Unterhaltszahlungen beim Unterhaltsempfänger nicht zu versteuern sind.

Ferner können auch Unterhaltszahlungen an volljährige Kinder unter Umständen als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Voraussetzung hierfür ist, dass das volljährige Kind einen Unterhaltsanspruch hat (es muss sich in Ausbildung befinden) und mit Vollendung des 25. Lebensjahres der Anspruch auf Kinderfreibetrag oder Kindergeld entfallen ist. Eigene Einkünfte des Kindes werden jedoch auf den Freibetrag angerechnet. Hat das Kind im Steuerjahr z. B. Euro 5000 Einnahmen, beträgt der Freibetrag nur noch Euro 3345 jährlich.
Entsprechend sind Unterhaltszahlungen an Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Unterhaltsleistungen an die nichteheliche Mutter des gemeinsamen Kindes oder an die Eltern als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzbar, soweit eine Unterhaltspflicht besteht.

Die steuerlich günstigere Variante ist jeweils im Einzelfall fachlich zu überprüfen.

Rechtsanwältin Katharina Matthes
Fachanwältin für Familienrecht

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