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Fachanwalt für Familienrecht München, Jürgen Arnold

















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Das Profil von Arnold & Kollegen Fachanwälte Familienrecht München (Interview)


Aus einem Interview unseres Institutes mit dem Rechtsanwalt und Mediator Jürgen Arnold von der Kanzlei Arnold & Kollegen Fachanwälte Familienrecht von September 2015


Institut Mediation München (IMM)
Unser Anliegen ist, das persönliche Profil von Anwaltskanzleien darzustellen. Was ist das Besondere an Ihrer Kanzlei, das Sie von anderen, gerade auch von denen, die im Scheidungsrecht arbeiten, unterscheidet?

Rechtsanwalt Jürgen Arnold
Es geht ja nicht allein um das Scheidungsrecht oder um Scheidungsanwälte. Die Scheidung ist zwar meist der Anlass, Familienrecht ist aber viel umfassender. Wichtiger sind die Regelungen, die anlässlich dieses einschneidenden Vorgangs anstehen: Unterhalt, Vermögensausgleich, Rentenausgleich und vor allem der gemeinsame verantwortungsvolle Umgang mit Kindern. Die optimale Klärung für den Mandanten sollte mit möglichst wenig gegenseitigen Verletzungen erreicht werden. So sehe ich mein Profil und das Profil unserer Kanzlei im Kontext von Herz und Kompetenz! Ohne die persönliche Situation des Mandanten genau abzuklären, ist eine kompetente, empathische und hilfreiche Beratung und Vertretung nicht möglich.

IMM
Das klingt ziemlich psychologisch aus dem Munde eines Rechtsanwaltes für Familienrecht.

Rechtsanwalt Jürgen Arnold
Bei meiner langjährigen Mediationstätigkeit im Familienrecht spielt das Psychologische eine wesentliche Rolle, wie will man sonst die unterschiedlichen Standpunkte, die nach manchmal langjähriger Ehe oder unterschiedliche Positionen, die etwa nach einem Erbfall aufeinanderprallen, verstehen. Ohne die unterschiedlichen Standpunkte und die dahinter stehend psychische Dynamik zu verstehen, werden Sie aber als Anwalt nie zu einer sachgerechten Lösung beitragen können. Das heißt für uns, dass auch im streitigen Verfahren, wenn eine Mediation nicht möglich ist, die Position des Gegenübers beachtet werden muss. Bei allem spielen die Gründe der Trennung eine große Rolle. Ist jemand gerade verlassen worden, so geschieht es häufig, dass er aus seiner Verletzung heraus über das Ziel hinausschießt und erst einmal Linderung im Sieg über den anderen sucht. Oder er ist bereit auf vieles, das ihm zusteht zu verzichten, in der Hoffnung, dass der Andere zu ihm zurückfindet. Hier muss ich als Anwalt die psychologische Situation erkennen, ihm die Verstrickung von emotionalen und sachlichen Faktoren klar machen, das ist für mich die Basis kompetenter juristische und menschlicher Beratung.


IMM
Sind Sie dann also mehr Psychologe oder Coach als Fachanwalt für Familienrecht?

Rechtsanwalt Jürgen Arnold

Das eine schließt das andere nicht aus. Hintergrund aller Beschäftigung mit der Verfassung und der persönlichen Situation unserer Mandanten ist, unser Fachwissen optimal in einer Auseinandersetzung für den Mandanten einzusetzen, sei es im friedlichen Ausgleich oder in streitiger Auseinandersetzung – auch solche lassen sich leider nicht immer vermeiden. Nicht umsonst müssen wir uns als Fachanwälte ständig durch viele Fortbildungsveranstaltungen auf dem neuesten Stand von Gesetzen und Rechtsprechung halten. Ständig ändert sich etwas, zum Beispiel gibt es im internationalen Familienrecht immer wieder neue EG-Verordnungen, die versuchen, der wachsenden Multikulturalität Europas gerecht zu werden. Wichtig ist auch, dass wir immer ein bestens ausgebildetes und geschultes Personal haben.

IMM
Zu etwas ganz anderem. Aus eigener Erfahrung habe ich oft erlebt, dass der Anwalt schwer erreichbar ist, man mit dem Versprechen eines Rückrufes getröstet wird und dieser dann nicht kommt. Bei Ihnen scheint das anders zu sein, wie ich selbst erfahren konnte.


Rechtsanwalt Jürgen Arnold
Ja, das stimmt. Bei einem Anwaltswechsel zu uns hört man immer wieder zwei sich wiederholende Vorwürfe: „Mein bisheriger Anwalt war nie erreichbar“ oder „Mein Anwalt hat vor Gericht fast nie etwas gesagt“. Beides wird ein Mandant bei uns nicht erleben. Wenn wir einen Anruf nicht sofort entgegennehmen können, dann gilt die Devise, dass am gleichen Tag zurückgerufen wird. Oft erledige ich dies noch, wenn ich nach Hause fahre, da ich länger im Auto sitzen muss. Meine Arbeitszeit endet dann eben erst mit dem Einparken zu Hause. Wenn ein Mandant anruft, gehen wir davon aus, dass er ein dringendes Anliegen hat und da darf er nicht enttäuscht werden. Und wenn wir mit dem Mandanten vor Gericht stehen, muss er sicher sein können, dass er nicht nur juristisch gut vertreten ist, sondern auch geschützt wird vor aggressiven Gegenanwälten oder missgelaunten Richtern.

IMM
Was für eine Rolle spielt das Geschlecht und das Alter des Anwaltes? Ihre Kanzlei besteht ja aus einem älteren Anwalt und zwei jüngeren Anwältinnen.

Rechtsanwalt Jürgen Arnold
Das Geschlecht spielt heutzutage im Familienrecht keine große Rolle mehr, nur selten gibt es noch Mandanten, die gezielt nach einer Anwältin oder einem Anwalt fragen. Im internen Vergleich stellen wir immer wieder fest, dass die Kolleginnen meist mehr männliche Mandanten haben und ich mehr weibliche Mandantinnen. Erfahrung ist ein entscheidender Faktor. Die eingesetzten Mittel verfeinern sich im Lauf der Jahre. Kampfgeist muss immer sein, ab und zu auch Härte und dabei immer Empathie für den eigenen Mandanten, Raffinesse und Witz sind dabei ziemlich hilfreich, verbissene Anwälte oder Anwältinnen nerven alle Beteiligten

IMM
Noch kurz eine Frage zu Ihrer Erfahrung als Mediator im Familienrecht. Wann ist eine Mediation das Richtige und wer ist dazu geeignet?

Rechtsanwalt Jürgen Arnold
Um mit der zweiten Frage zu beginnen: Nicht geeignet ist eine Mediation, wenn ein Beteiligter noch stark unter der Trennung leidet, z.B. wenn er aus seiner Sicht überraschend und ohne äußeren Grund verlassen wurde.

Klischeebeispiel (das aber immer wieder vorkommt), ist der Mann, der nach langjähriger Ehe sich einer jüngeren Frau zuwendet; inzwischen kommt dies auch umgekehrt vor. Der/die Verlassene, für die oft eine Welt zusammenbricht, brauchen einen Beistand, der allein für sie menschlich und juristisch da ist, sie aufbaut. Die eigene Position in einer Mediation vertreten, wird diese Frau wahrscheinlich noch nicht können.

Ungeeignet ist eine Mediation auch für Personen, die nicht zuhören können, erfahrungsgemäß (hier sind wir wieder in der Psychologie) vor allem Personen, die narzisstische Züge haben (starke Abwertungen des anderen bei eigener extremer Empfindlichkeit), sie sind meist zu einer wertfreien Kommunikation nicht fähig. In allen anderen Fällen empfehlen wir erst einmal, zu versuchen, in einer Mediation zu einem gegenseitigen Ausgleich zu kommen und die Ehe ohne Verletzungen abzuwickeln. Für die beteiligten Kinder ist dies eine Wohltat und preisgünstiger als eine streitige Auseinandersetzung ist dieser Weg auch noch. Konsensfähigkeit ist Voraussetzung für eine Mediation.

IMM
Danke für den Einblick in Ihre Praxis.










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